Ein Geburtstagsgeschenk, wie es passender nicht sein konnte
Dem Glücklichen schlägt keine Stunde, sagt der Volksmund. Dennoch kann man mit einer schönen Uhr als Geschenk nichts falsch machen. Dachte ich.
Schon als kleiner Junge hatte unser Sohn ein großes Interesse daran, hinter die Geheimnisse und Funktionsweisen technischer Geräte zu kommen. Dazu gehörten nicht nur Uhren, sondern auch Radios, Kaffeemaschinen, Haartrockner und natürlich auch Autos. Bald sammelten wir defekte Geräte von unseren Nachbarn, die unser Sohn dann im Bastelkeller auseinandernehmen und untersuchen konnte. Bis heute hat sich diese Sammel- und Bastel-Leidenschaft gehalten, so dass er in seinem Beruf als Automechaniker wirklich glücklich ist.
Kurz vor seinem 20. Geburtstag zog er in seine eigene Wohnung und brauchte da natürlich viele neue Dinge. Man stelle sich aber einmal vor: Er hat nicht nur seine Möbel und Kommoden alle selbst gebaut, sondern sogar die Markisen vor seinem Fenster. Zu seiner Geburtstagsfeier wollte er seine ganze Familie und Freunde einladen und wünschte sich von jedem etwas für seine neue Wohnung. Von mir als Mutter wünschte er sich nur eine schöne Tischdecke, mit der er seinen Esstisch aus alten Autoteilen ein wenig verschönern konnte. Ich hatte sowieso vor, ihn reichlich mit Wäsche, Decken und Gardinen zu versorgen, damit es bei ihm auch einigermaßen gemütlich wird.
Aber mir lag auch am Herzen, dass er auch ausreichend schläft und einigermaßen die von mir anerzogenen regelmäßigen Essgewohnheiten beibehält. Deshalb suchte und fand ich eine alte mechanische Uhr, die wie eine Art Wecker funktionierte, auf der man aber nicht nur die Weckzeit einstellen konnte, sondern auch die Frühstücks-, Mittags- und Abendbrotzeit. Und natürlich auch wann es Zeit ist, Schlafen zu gehen. Je nach Stunde verkündet dann ein entsprechendes Signal, dass nun Pause vom Basteln gemacht werden müsse, um zu Essen oder um Feierabend zu machen. Mit solch einem Geschenk hatte mein Sohn nicht gerechnet! Er hat sich riesig darüber gefreut. Ein paar Tage später sah ich auch den Grund weshalb: er hatte die Uhr komplett auseinander genommen, um herauszufinden wie sie funktioniert.
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